Die Lage im Roten Meer bleibt angespannt. Die EU Mission Aspides warnt weiter vor Risiken für Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden. Hintergrund sind Drohungen und Angriffe der Houthi Miliz aus dem Jemen.
Für die Seefracht bedeutet das: Viele grosse Containerreedereien meiden die direkte Route durch das Rote Meer, Bab al Mandab und den Suezkanal weiterhin. Der Suezkanal ist zwar nicht offiziell gesperrt. Für viele Containerverkehre ist die Route aber praktisch weiterhin ein Risiko.
Stattdessen fahren die Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung, also ganz im Süden Afrikas. Das ist ein grosser Umweg. Je nach Abgangshafen und Zielhafen kommen grob 7 bis 14 Tage zusätzliche Transitzeit dazu. Teilweise kann es auch mehr sein, wenn Fahrpläne durcheinander geraten oder Anschlüsse verpasst werden.
Für Verlader ist das inzwischen fast Alltag geworden. Viele Routen, Preise und Lieferzeiten sind auf die Kap Route eingestellt. Trotzdem bleibt der Markt anfällig. Wenn es neue Eskalationen gibt, wird Platz auf den Schiffen schnell wieder knapper. Dann steigen Raten, Abfahrten verschieben sich und Container kommen später an.
Betroffen sind vor allem Asien Europa Verkehre. Also zum Beispiel Sendungen aus China, Vietnam, Thailand, Malaysia, Singapur, Indien oder dem Mittleren Osten nach Nordeuropa und ins Mittelmeer. Auch europäische Exporte nach Asien sind betroffen.
Für die Häfen bedeutet das unregelmässigere Anläufe. Schiffe kommen später, teilweise gebündelt oder ausserhalb der gewohnten Fenster. Das spüren Häfen, Terminals, Spediteure, Lagerhalter und Verlader.
Die Krise läuft nun schon seit Beginn des Gaza Kriegs im Oktober 2023. Aus einem kurzfristigen Sicherheitsproblem ist ein dauerhafter Störfaktor für die globale Seefracht geworden.
