Beim Schweizer Zoll geht die Digitalisierung in die nächste Runde. Das BAZG hat die neue Roadmap für Passar Einfuhr und Declar vorgestellt.
Die wichtigste Nachricht: e-dec Import wird definitiv abgelöst. Letzte Einfuhrzollanmeldungen können noch bis zum 30. September 2027 in e-dec erfasst werden. Danach müssen Einfuhren über Passar angemeldet werden.
Die Umstellung erfolgt schrittweise.
Die ersten einfachen Standardeinfuhren wurden bereits im April und Mai 2026 unter realen Bedingungen getestet. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase soll Passar Einfuhr für weitere Unternehmen geöffnet werden.
Ein selbstständiger Wechsel ist derzeit aber noch nicht möglich. Unternehmen müssen die Umstellung mit dem BAZG und ihrem Softwareanbieter abstimmen.
Was macht Passar?
Passar ist das neue Warenverkehrssystem des Schweizer Zolls.
Darin wird die eigentliche Ware angemeldet:
Was wird eingeführt?
Wer ist beteiligt?
Welchen Wert und welches Gewicht hat die Ware?
Welche Abgaben und Bewilligungen gelten?
Passar ersetzt schrittweise die bisherigen e-dec-Prozesse.
Was macht Declar?
Declar ist eine neue kostenlose Webanwendung des BAZG.
Heute erstellt Declar noch keine eigentliche Einfuhr- oder Ausfuhrzollanmeldung. Declar verbindet eine bereits vorhandene Warenanmeldung mit dem Fahrzeug und dem Grenzübertritt.
Vereinfacht gesagt:
Passar meldet die Ware an.
Declar verbindet die Ware mit dem Fahrzeug.
Die Activ App erkennt, dass der Chauffeur an der Grenze angekommen ist.
Declar richtet sich vor allem an kleinere Firmen und Transporteure, die keine eigene Zollsoftware einsetzen. Die Anwendung befindet sich aber noch in der Pilotphase.
Ab 2027 soll Declar schrittweise erweitert werden. Geplant sind zuerst Einfuhranmeldungen und später auch Ausfuhranmeldungen. Damit soll Declar langfristig e-dec Web ersetzen.
Was ändert sich an der Grenze?
Mit Passar Einfuhr wird die Activ App für den automatisierten Grenzübertritt zwingend.
Der Chauffeur lädt die Fahrt auf sein Mobiltelefon. Bei der Ankunft an einem unterstützten Grenzübergang wird die Warenanmeldung automatisch aktiviert.
Das Ziel ist klar: weniger Papier, weniger Schaltergänge und ein schnellerer Grenzprozess.
In der Übergangszeit wird trotzdem nicht alles sofort papierlos. Der Digital Transport Slip, kurz DTS, muss je nach Grenzübergang und Nachbarland weiterhin als Ausdruck mitgeführt werden.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Auch wenn die grosse Umstellung erst 2027 kommt, sollten Importeure, Spediteure und Zollagenten jetzt beginnen.
- Registrierung im ePortal prüfen
- Passende Geschäftspartnerrollen beantragen
- Softwareanbieter kontaktieren
- Zuständigkeiten im Transportprozess festlegen
- Chauffeure und Partner auf die Activ App vorbereiten
- Übergabe von Referenznummern und DTS organisieren
