Die Zollverwaltungen von Malawi, Mosambik, Südafrika, Sambia und Simbabwe wollen ihre Computersysteme miteinander verbinden. Ende August 2026 haben sie dafür einen gemeinsamen Fahrplan und einen Aktionsplan verabschiedet.
Geplant ist ein direkter Datenaustausch zwischen den Zollbehörden. Dafür wird die Abkürzung C2C verwendet. Sie steht für «Customs-to-Customs», also Zollbehörde zu Zollbehörde.
Die Idee dahinter ist einfach: Informationen über Ladung, Versender, Empfänger und Transport sollen nicht erst zusammen mit dem Lkw an der Grenze eintreffen. Die Behörde im nächsten Land soll die Daten bereits vorher erhalten. Dadurch kann sie eine Risikoanalyse durchführen und unauffällige Sendungen für eine schnellere Abfertigung vorbereiten.
Für Transporteure kann das weniger Papierprüfungen, kürzere Standzeiten und besser planbare Laufzeiten bedeuten. Gerade auf Strecken mit mehreren Grenzübertritten summiert sich jede Verzögerung. Ein paar Stunden pro Grenze werden bei einer langen Tour schnell zu einem ganzen Tag.
Noch ist der sogenannte Smart Corridor allerdings ein Ziel und kein fertiges System. Zuerst sollen wichtige Transportkorridore ausgewählt werden. Danach müssen Datenfelder, Sicherheitsregeln, rechtliche Grundlagen und technische Schnittstellen abgestimmt werden.
Ganz neu ist das Vorhaben nicht. Sambia tauscht bereits Zolldaten mit Malawi und Simbabwe aus. Diese bestehenden Verbindungen sollen als Grundlage für ein grösseres regionales Netz dienen.
Der Vergleich mit Europa passt grundsätzlich. Das europäische Einfuhrkontrollsystem ICS2 verlangt für Waren, die in den gemeinsamen Sicherheitsraum gelangen, Daten vor der Ankunft. Damit können Zollbehörden Risiken frühzeitig erkennen. Das afrikanische Vorhaben ist aber noch nicht gleich weit und konzentriert sich zunächst auf den Datenaustausch zwischen benachbarten Zollverwaltungen.
Auch in der Schweiz läuft mit Passar die Erneuerung der Zollabwicklung. Passar 1.0 für Durchfuhr und Ausfuhr ist eingeführt. Bei Passar 2.0 für die Einfuhr läuft die Pilotphase. Das Programm DaziT endet zwar Ende 2026, die digitale Umstellung beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit geht aber weiter.
