Ölpreis über 100 USD belastet Logistik weltweit
Die Ölpreise sind am 27. April 2026 deutlich gestiegen und haben die Marke von 100 USD pro Barrel klar überschritten. Brent Rohöl notierte zeitweise über 109 USD. Auslöser sind wachsende Spannungen zwischen den USA und Iran. Der Markt reagiert sensibel auf mögliche Angebotsrisiken im Nahen Osten, einer Schlüsselregion für die globale Energieversorgung.
Für die Logistik bedeutet dieser Preissprung direkte Mehrkosten entlang der gesamten Transportkette. Dieselpreise im Strassentransport steigen, ebenso die Bunkerpreise in der Seefracht und die Kerosinkosten in der Luftfracht. Viele Carrier reagieren mit kurzfristigen Zuschlägen wie BAF im Seeverkehr oder Fuel Surcharge in der Luftfracht.
Reedereien und Airlines passen ihre Preisstrukturen laufend an. Besonders betroffen sind Langstreckenverbindungen und energieintensive Transporte. Gleichzeitig steigt der Druck auf Verlader, ihre Supply Chains effizienter zu planen. Just in Time Modelle geraten stärker unter Druck, da Preisvolatilität die Kalkulation erschwert.
Auch Terminals und Umschlagplätze spüren die Entwicklung. Höhere Energiekosten schlagen sich in Betriebskosten nieder, etwa bei Krananlagen oder Kühlketten. In grossen Hubs wie Rotterdam oder Singapur sind erste Anpassungen bei Terminal Charges sichtbar.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Preise weiter steigen könnten, falls sich die geopolitische Lage zuspitzt. Damit bleibt Energie ein zentraler Kostenfaktor in der globalen Logistik.
