Kanada hat am 8. September 2026 neue Gegenzölle auf ausgewählte Waren aus den USA eingeführt. Je nach Produkt beträgt der zusätzliche Zoll 15, 25 oder 50 Prozent. Die Massnahme ist eine Reaktion auf neue US-Zölle und umfasst Importe im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar.
Betroffen sind unter anderem Stahl und Aluminium, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, Landmaschinen, Zellstoff und Papier, Kunststoffe sowie Elektronik. Die genaue Belastung ergibt sich aber nicht aus einer allgemeinen Warenbezeichnung. Entscheidend ist die kanadische Zolltarifnummer und ob die Ware als Ursprung USA gilt.
Für Spediteure bedeutet das mehr Prüfaufwand vor der Abfahrt. Eine US-Rechnungsadresse oder ein Abgangsort in den USA beweist den Warenursprung nicht. Umgekehrt kann eine Ware amerikanischen Ursprungs auch dann betroffen sein, wenn sie über ein Zwischenlager oder ein anderes Land geliefert wird.
Die Zölle können bestehende Lkw-Verkehre zwischen Industriezentren und Grenzübergängen kurzfristig verändern. Käufer werden versuchen, alternative Lieferanten zu finden, Sendungen zu verschieben oder Ausnahme- und Erlassmöglichkeiten zu nutzen. Dadurch können bisher starke Lanes schwächer werden, während neue Beschaffungsrouten entstehen.
Kanada hat ein Verfahren für Anträge auf Zollerlass vorgesehen, etwa wenn benötigte Vorprodukte nicht sinnvoll im Inland oder ausserhalb der USA beschafft werden können. Ein Erlass ist aber kein Automatismus. Bis zu einer schriftlichen Entscheidung sollte der normale Zoll einkalkuliert werden.
