Die Strasse von Hormus bleibt für die Transportplanung ein unsicherer Punkt. Die britische Meldestelle für die Handelsschifffahrt, UK Maritime Trade Operations oder kurz UKMTO, weist für sieben Tage bis zum 14. Oktober insgesamt 254 Durchfahrten aus. Das liegt laut Bericht rund 70 Prozent unter dem Stand vor dem Konflikt.
Die Zahl braucht eine klare Einordnung. 129 Fahrten gingen hinein, 125 hinaus. Nur ein kleiner Teil wurde über AIS beobachtet. AIS ist das automatische Identifikationssystem, mit dem Schiffe unter anderem ihre Position übermitteln. Der grössere Teil der Gesamtzahl stammt aus separat gelieferten US-Angaben. UKMTO kann diese derzeit nicht unabhängig bestätigen.
Auch bei den Angriffen bleibt das Bild unvollständig. Nach Angaben der Meldestelle verweigert die Mehrheit der angegriffenen Schiffe eine direkte Meldung an UKMTO. Weitere Hinweise lassen sich mangels Prüfung nicht einfach in die Statistik aufnehmen. Wenige veröffentlichte Vorfälle sind deshalb kein verlässlicher Beleg für eine sichere Fahrt. (Quelle: gCaptain)
Für Spediteure und Verlader folgt daraus: Eine bestätigte Buchung sollte nicht automatisch als bestätigte Durchfahrt behandelt werden. Vor dem Versand ist schriftlich zu klären, ob die Reederei die konkrete Verbindung tatsächlich bedient, welche Zwischenhäfen vorgesehen sind und wann die Ware voraussichtlich weitergeht.
Wer einen festen Abliefertermin zugesagt hat, sollte den Empfänger früh einbeziehen. Sinnvoll ist ein vereinbarter Zeitpunkt für eine neue Entscheidung: weiter auf die gebuchte Verbindung setzen oder eine Alternative prüfen. Dabei müssen zusätzliche Umschläge, Landtransporte und Zollverfahren mitgerechnet werden.
Ebenso gehört die Versicherung auf den Tisch. Vor einer Umleitung sollten Verlader und Versicherer klären, ob die geänderte Route gedeckt ist und welche Zusatzbedingungen gelten. Verbindliche Zusagen helfen hier mehr als eine allgemeine Meldung, dass die Meerenge «offen» sei.
