DHL Express erweitert seine Infrastruktur und sein Luftfrachtnetz in China. Das Unternehmen hat 177 Millionen Euro in den Ausbau seines sogenannten Super Gateways am Shenzhen Bao’an International Airport investiert. Laut DHL ist dies die bisher grösste Investition des Unternehmens auf dem chinesischen Festland.
Die Verarbeitungskapazität des Standorts wurde verdreifacht. Das Gateway kann nun rund 900 Tonnen Sendungen pro Tag bearbeiten. Davon profitieren vor allem Exporteure aus Südchina, darunter Unternehmen aus den grossen Produktionsregionen rund um Shenzhen und das Perlflussdelta.
Zusätzlich hat DHL eine tägliche Frachterrotation mit einer Boeing 767 eingeführt. Die Strecke führt von Shanghai über Bangkok und Bahrain nach Brüssel und anschliessend zurück nach Shanghai. Dadurch entstehen laut DHL bis zu 50 Tonnen zusätzliche Kapazität pro Tag.
Für die Praxis ist wichtig: Der Ausbau in Shenzhen und die neue Flugverbindung ab Shanghai sind zwei getrennte Massnahmen. Die neue Rotation ist keine direkte Shenzhen-Brüssel-Verbindung. Verlader müssen deshalb genau prüfen, über welches chinesische Gateway ihre Sendung tatsächlich abgefertigt wird.
Die zusätzliche Kapazität richtet sich besonders an schwere und zeitkritische Expresssendungen. DHL nennt unter anderem Technologie, industrielle Fertigung, Halbleiter, Healthcare, Rechenzentrumsinfrastruktur und neue Energien als Wachstumsbereiche. Das passt beispielsweise für Servertechnik, Ersatzteile, Maschinenkomponenten oder hochwertige elektronische Bauteile.
Auch Pharmasendungen können grundsätzlich interessant sein. Die neue Verbindung ist aber nicht automatisch eine ausgewiesene Pharmaroute mit garantierter Temperaturführung. Kühlbereich, Verpackung, Überwachungsanforderungen und Freigabe müssen vor der Buchung geklärt werden.
