Dubai Customs hat einen grösseren Schmuggelversuch über die Luftfracht gestoppt. Insgesamt wurden neun Exportsendungen kontrolliert, die laut Fracht- und Zolldokumenten Kleidung enthalten sollten. Tatsächlich fanden die Kontrolleure mehr als 70 Millionen Zigaretten. Ziel war laut Behörde ein europäisches Land. Welches Land genau, wurde nicht veröffentlicht.
Interessant ist vor allem, wie der Fall aufgeflogen ist. Die neun Sendungen liefen nicht einfach gemeinsam über eine einzige Abfertigungsstelle. Sie wurden über drei verschiedene Luftfrachtstandorte in Dubai abgewickelt. Trotzdem konnte Dubai Customs anhand von Sendungsdaten, Risikomerkmalen und Gemeinsamkeiten erkennen, dass alle Sendungen demselben Importeur zuzuordnen waren.
Nach der ersten auffälligen Sendung wurden weitere Daten ausgewertet. Dadurch erkannte der Zoll ein Muster und behandelte die übrigen Sendungen nicht mehr als einzelne Vorgänge. Genau das ist für Spediteure interessant: Moderne Zollkontrollen schauen längst nicht mehr nur auf eine einzelne Zollanmeldung oder ein einzelnes AWB. Daten verschiedener Sendungen können miteinander verbunden werden.
Dubai Customs spricht von 360'500 «cartons» Zigaretten und insgesamt mehr als 70 Millionen Stück. Die Behörde nennt zudem knapp sieben Tonnen Tabak. Bei dieser Gewichtsangabe gibt es allerdings eine gewisse Unklarheit, weil sich die veröffentlichten Mengenangaben nicht sauber miteinander abgleichen lassen. Die Stückzahl von über 70 Millionen wird dagegen in mehreren Quellen übereinstimmend genannt.
Der Fall zeigt vor allem eines: Eine falsche Warenbezeichnung wie «Kleidung» ist heute nicht automatisch ausreichend, um eine Sendung unauffällig durch einen grossen Luftfracht-Hub zu bringen.
