Union Pacific und die kanadische Bahngesellschaft Canadian National, kurz CN, haben am 22. Juli 2026 eine bindende Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Damit zieht CN seinen bisherigen Widerstand gegen die geplante Übernahme von Norfolk Southern durch Union Pacific zurück.
Noch im April hatte CN die überarbeitete Fusionsanmeldung scharf kritisiert. Das Unternehmen sprach von erheblichen Wettbewerbsproblemen und forderte umfangreichere Schutzmassnahmen für Verlader und konkurrierende Bahngesellschaften. Nun haben sich Union Pacific und CN auf solche Zugeständnisse geeinigt.
CN soll künftig Zugang zu Kundenstandorten erhalten, bei denen sich die Zahl der grossen Bahnanbieter durch die Fusion von zwei auf einen oder von drei auf zwei reduzieren würde. Dieser Zugang gilt allerdings nur, wenn er kommerziell und betrieblich machbar ist.
Zusätzlich soll CN die Beteiligungen von Norfolk Southern an der Kansas City Terminal Railway und der Terminal Railroad Association of St. Louis übernehmen. Damit soll verhindert werden, dass die fusionierte Union Pacific an wichtigen Bahnknoten zu viel Kontrolle erhält.
CN bekommt ausserdem neue Streckenrechte zwischen Tuscola und East St. Louis sowie Bedienungsrechte zwischen St. Louis und Kansas City. Erstmals soll CN auch den Neff Yard von Union Pacific in Kansas City nutzen können.
Parallel dazu unterzeichneten Union Pacific und CN ein zweites bindendes MoU. Union Pacific erhält zusätzliche Rechte auf der EJ&E-Strecke rund um Chicago. CN bekommt im Gegenzug Rechte zwischen Memphis und Eagle Pass an der Grenze zu Mexiko. Damit könnte CN künftig mehr Bahnverkehre zwischen Kanada und Mexiko anbieten.
Die Sache ist damit aber nicht entschieden. Die US-Bahnaufsicht Surface Transportation Board, kurz STB, hat die überarbeitete Fusionsanmeldung zwar zur Prüfung angenommen. Das Verfahren wurde jedoch vorläufig angehalten, bis Union Pacific und Norfolk Southern zusätzliche Informationen liefern. Die Frist dafür läuft bis zum 27. Juli 2026.