Hafen Dover warnt vor Risiken durch das neue EU-Einreisesystem EES
Der Hafen Dover schlägt Alarm. Nach Einschätzung der Hafenverwaltung könnte die Einführung des neuen EU-Einreisesystems EES zu erheblichen Verzögerungen an einer der wichtigsten Frachtachsen zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union führen.
Das Entry/Exit-System (EES) soll die Ein- und Ausreise von Drittstaatsangehörigen digital erfassen. Für den Personenverkehr bedeutet dies zusätzliche Kontrollen. Da sich im Hafen Dover der Personen- und Güterverkehr dieselbe Infrastruktur teilen, könnten sich Wartezeiten rasch auf den gesamten Verkehrsfluss auswirken.
Dover zählt zu den wichtigsten Umschlagplätzen für den Handel zwischen Grossbritannien und dem europäischen Festland. Täglich passieren tausende Lastwagen den Hafen auf dem Weg nach Frankreich oder in umgekehrter Richtung. Bereits kurze Verzögerungen können sich entlang der gesamten Lieferkette bemerkbar machen.
Besonders zeitkritische Transporte, darunter Frischwaren, Lebensmittel oder Just-in-Time-Lieferungen, reagieren empfindlich auf längere Standzeiten. Speditionen und Logistikdienstleister beobachten die Einführung des Systems deshalb genau und prüfen mögliche Anpassungen bei Transportplanung und Disposition.
Die Hafenverwaltung fordert deshalb praxistaugliche Abläufe, damit zusätzliche Grenzkontrollen nicht zu einem Engpass im Warenverkehr werden. Auch Branchenverbände warnen davor, dass längere Abfertigungszeiten die Zuverlässigkeit internationaler Transportketten beeinträchtigen könnten.
