Australien will kurzfristig mehr Güter von der Strasse auf die Schiene bringen. Dafür ist seit dem 11. September 2026 die erste Runde des neuen TRACK-Pilotprogramms geöffnet. TRACK steht für «Transport Resilience and Capacity Kickstart».
In der ersten Runde stehen bis zu 26 Millionen australische Dollar zur Verfügung. Das gesamte Programm umfasst 52 Millionen Dollar. Spätere Förderrunden sollen neben der Bahn auch Küstenschifffahrt und Häfen einbeziehen.
Der interessante Punkt ist die Begründung. Es geht nicht nur um weniger Emissionen oder weniger Lastwagen auf den Strassen. Australien will vor allem Diesel sparen und seine Lieferketten bei internationalen Krisen besser absichern. Die Regierung verweist dabei ausdrücklich auf den Konflikt im Nahen Osten und mögliche Risiken für die Treibstoffversorgung.
Bezahlt wird nicht pauschal. Bahnunternehmen müssen nachweisen, dass sie zusätzliche, beladene Container transportieren, die sonst auf der Strasse gefahren worden wären. Die Förderung gilt pro TEU. Ein TEU entspricht einem 20-Fuss-Container. Ein 40-Fuss-Container zählt normalerweise als zwei TEU.
Nur Mengen oberhalb eines vereinbarten Ausgangswerts erhalten Geld. Transporte dürfen zudem nicht einfach von einem anderen Bahnunternehmen abgeworben werden. Damit soll verhindert werden, dass bestehender Bahnverkehr als neue Verkehrsverlagerung verkauft wird.
Im Vergleich zu Europa ist das Modell recht direkt. Europäische Fördermodelle unterstützen häufig Infrastruktur, Terminals, neue Verbindungen oder gleichen vermiedene Umwelt- und Unfallkosten aus. TRACK setzt dagegen gezielt auf schnell nachweissbare Dieselersparnisse und zusätzliche Container je Strecke. Ganz neu ist die Förderung pro Transporteinheit aber auch in Europa nicht.
Anträge können zugelassene australische Bahngüterunternehmen bis zum 1. Oktober 2026 um 17 Uhr australischer Ostküstenzeit einreichen. Pro Antrag sind bis zu zehn Millionen australische Dollar möglich. Die Projekte müssen bis zum 30. Juni 2027 abgeschlossen sein.
