Seit dem 24. August ist der Maersk-Bahndienst zwischen Vado Ligure und Verona unterbrochen. Die Einschränkung soll bis zum 29. August dauern. Gleichzeitig bleibt die Strecke über Ovada bis zum 14. September geschlossen. Das kann besonders hohe 40-Fuss-Container aus den ligurischen Häfen treffen. Maersk warnt vor weniger Kapazität, Verspätungen und kurzfristigen Zugausfällen. Alternative Bahnführungen sind teilweise möglich. Sie verlängern aber die Laufzeit und bieten weniger Spielraum, wenn sich bereits Verspätungen aufgebaut haben. Als Ersatz bleibt häufig nur der LKW. Zusätzliche Kosten für solche Notlösungen trägt laut Maersk grundsätzlich der Kunde. Das Problem beschränkt sich nicht auf Italien. Am 24. August sind mehrere wichtige Strecken gleichzeitig gesperrt oder stark eingeschränkt: Die rechte Rheinstrecke Troisdorf–Wiesbaden ist bis 11. Dezember voll gesperrt. Güterzüge müssen auf andere, bereits stark belastete Strecken ausweichen. Zwischen Obertraubling bei Regensburg und Passau läuft bis 12. Dezember eine Generalsanierung. Rund 120 Güterzüge pro Tag werden laut ÖBB über andere Achsen geführt. Zwischen Düsseldorf und Köln-Mülheim ist die Hauptstrecke bis 4. September komplett gesperrt. Zwischen Tarvisio Boscoverde und Carnia in Norditalien können bis 20. September keine Züge fahren. Laut ERFA steht für den Güterverkehr keine brauchbare Umleitung über Slowenien zur Verfügung. Feldkirch–Buchs SG bleibt bis 14. Oktober gesperrt. Die Verbindung führt durch Liechtenstein und verbindet Österreich mit der Schweiz. Auf der Achse Mailand–Genua ist der Abschnitt Pavia–Voghera bis 28. August auf beiden Gleisen unterbrochen. Danach bleibt bis Ende September ein Gleis gesperrt. Laut ERFA ist in Portugal die Beira-Baixa-Linie weiterhin teilweise komplett unterbrochen. Die Wiederöffnung wird im September erwartet. Zwischen Ljubljana und Divača ist die Strecke nicht vollständig gesperrt. Die verfügbare Zahl der Trassen wurde laut ERFA aber um rund 20 Prozent je Bahnunternehmen gekürzt. Der Branchenverband ERFA warnt deshalb vor einem europäischen Koordinationsproblem. Baustellen würden zu oft gleichzeitig geplant. Umleitungsstrecken seien teilweise ebenfalls gesperrt, nicht elektrifiziert oder nur für kürzere und leichtere Züge geeignet. Damit gerät der Modal Shift unter Druck. Gemeint ist die gewünschte Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene. Wenn Verlader wegen unzuverlässiger Laufzeiten dauerhaft auf LKW-Verkehre umstellen, kommen diese Mengen später nur schwer auf die Bahn zurück.