Die Waldbrände in Spanien und Südwestfrankreich führen inzwischen zu konkreten Ausfällen im Landverkehr. Kühne+Nagel warnt vor gesperrten Strassen, unterbrochenen Bahnverbindungen und kurzfristigen Zugangsbeschränkungen rund um Madrid, Ávila und Bordeaux. Direkte Störungen an spanischen Seehäfen wurden bisher nicht gemeldet.
In Frankreich bestätigt nun auch DSV deutliche Einschränkungen. Laut einem Kundenhinweis vom 28. Juli sind Abholungen und Zustellungen in zahlreichen Gebieten westlich und südwestlich von Bordeaux erheblich beeinträchtigt. In vielen Orten wurden die Transporte bis auf Weiteres ganz eingestellt.
Besonders wichtig für Stückgutkunden: Internationale Sendungen für die betroffenen Gebiete werden an den Abgangsterminals zurückgehalten. Abholungen beim Versender können teilweise noch stattfinden, sofern das lokale Terminal genügend Kapazität hat. Die Ware bleibt danach aber am Ursprungsterminal stehen und wird nicht in den Hauptlauf geschickt.
DSV nennt 20 betroffene Postleitzahlgebiete. Dazu gehören unter anderem Arcachon, La Teste-de-Buch, Cestas, Mios, Le Teich, Andernos-les-Bains, Biscarrosse, Le Barp und Saint-Jean-d’Illac.
Auch die grossen Verkehrsachsen sind betroffen. Die Präfektur Gironde meldete starke Verkehrsstörungen und eine teilweise Sperrung der A63. Diese Autobahn ist eine der wichtigsten Lkw-Verbindungen zwischen Bordeaux, dem französischen Baskenland und der spanischen Grenze.
In Spanien bleibt die Situation ebenfalls angespannt. Der Brand von La Mierla in Guadalajara hat nach vorläufigen Copernicus-Daten mehr als 35'000 Hektaren erfasst. RTVE bezeichnet ihn als zweitgrössten spanischen Waldbrand des 21. Jahrhunderts.
Eine neue Hitzewelle dürfte die Lage weiter erschweren. AEMET erwartet ab 29. Juli bis mindestens 2. August sehr hohe Temperaturen und ein weiter steigendes, teilweise extremes Waldbrandrisiko.
