Die Schweiz und China haben die Verhandlungen über die Überarbeitung ihres Freihandelsabkommens abgeschlossen. Für Schweizer Exporteure ist das eine grosse Sache: Mittelfristig sollen 99,8 Prozent der heutigen Schweizer Ausfuhren nach China zollfrei eingeführt werden können. Heute sind es laut SECO nur 53,6 Prozent.
Wichtig ist aber: Die neuen Zollsätze gelten noch nicht.
Das Abkommen wird zuerst rechtlich bereinigt und soll noch 2026 unterzeichnet werden. Danach müssen in beiden Ländern die notwendigen Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden. Ein konkretes Datum für das Inkrafttreten gibt es derzeit noch nicht.
Auch die 99,8 Prozent kommen nicht auf einen Schlag. Beim Inkrafttreten sollen 77,5 Prozent der Schweizer Exporte zollfrei sein. Für weitere Waren werden die Zölle über fünf bis maximal zehn Jahre schrittweise abgebaut.
Besonders profitieren sollen klassische Schweizer Exportbranchen. Bei Uhren, Pharma, Maschinen, Präzisionsinstrumenten, Kunststoffen und Chemie soll die zollfreie Handelsabdeckung nach den Übergangsfristen praktisch 100 Prozent erreichen. Das SECO schätzt das zusätzliche mögliche Zolleinsparvolumen auf rund 244 Millionen Franken.
Für die Zollabwicklung sind aber nicht nur die Zollsätze interessant. Auch die Ursprungsregeln werden angepasst. Künftig sollen unter bestimmten Bedingungen Bearbeitungsschritte in einem Drittland möglich sein. Zudem fällt die bisherige Vorgabe weg, dass Präferenzwaren zwingend direkt zwischen China und der Schweiz transportiert werden müssen. Auch elektronische Ursprungszertifikate werden im neuen Regelwerk berücksichtigt.
Das kann gerade bei internationalen Lieferketten eine echte Erleichterung sein. Trotzdem gilt weiterhin: Zollfreiheit gibt es nur, wenn die Ware die vorgeschriebenen Ursprungsregeln tatsächlich erfüllt.
