# Nordeuropas Häfen arbeiten Streik-Rückstände ab

**Category:** Operational Alerts  |  **Source:** ver.di Landesbezirk Hamburg  |  **Published:** 2026-09-20

**Tags:** Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rotterdam, Hafenstreik, Terminal, Rückstau, Hinterlandverkehr, Container, Logistik News, Transport News, Fracht News, Speditions News, Supply Chain News, Zoll News, Frachtportal News, Seefracht, Schienentransport, Digitalisierung

> Die Streiks sind vorbei, der Rückstau in den deutschen Häfen weitgehend abgearbeitet. Doch bis zum Abend des 1. Oktober läuft die Urabstimmung über unbefristete Streiks. Verlader sollten Abholung und Anschlüsse eng führen.

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Arbeitsk&auml;mpfe haben Anfang September mehrere wichtige Seeh&auml;fen in Nordeuropa gebremst. In deutschen H&auml;fen lief ab dem sp&auml;ten Abend des 2. September ein 48-st&uuml;ndiger Streik; betroffen waren sechs Standorte: Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Brake und Emden. Am 4. September folgte ein rund achtst&uuml;ndiger Ausstand in Rotterdam, Amsterdam und Zeeland.

Die direkte Arbeitsniederlegung ist vorbei. Damit ist das Problem aber nicht automatisch erledigt. W&auml;hrend eines Streiks fallen Schiffsbewegungen, Kranstunden, Gate-Abfertigungen und Bahn- oder Barge-Anschl&uuml;sse aus. Diese Mengen m&uuml;ssen sp&auml;ter zus&auml;tzlich zum normalen Tagesgesch&auml;ft abgearbeitet werden. Versp&auml;tete Schiffe treffen dann oft gleichzeitig ein und versch&auml;rfen den R&uuml;ckstau.

Maersk berichtete am 9. September von weiterem operativem Druck in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven. Hapag-Lloyd hatte bereits vor Auswirkungen auf Schiffsabfertigung, Terminalhandling und Hinterlandtransporte gewarnt. Kuehne+Nagel meldete f&uuml;r die Woche vom 2. bis 8. September hohe Lagerauslastungen in den deutschen H&auml;fen.

Bis Mitte September hat sich die Lage in Deutschland weitgehend normalisiert. Das aktuelle Nordeuropa-Update von Hapag-Lloyd weist f&uuml;r den Hamburger Burchardkai und f&uuml;r Bremerhaven wieder normale Lagerauslastungen von 80 bis 85 Prozent aus, f&uuml;r Altenwerder und Wilhelmshaven 70 bis 75 Prozent. In Rotterdam bleibt es enger: ECT und RWG liegen bei 80 bis 85 Prozent, APM Terminals Maasvlakte II bei 85 bis 90 Prozent. Antwerpen ist normalisiert.

Beigelegt ist der Tarifkonflikt damit nicht. Am 15. September teilte ver.di mit, dass 64,7 Prozent der Abstimmenden das Arbeitgeberangebot abgelehnt haben — 3'578 Stimmen gegen 1'945. Seither l&auml;uft eine Mitgliederbefragung unter Massgabe der Urabstimmung, die bis zum Abend des 1. Oktober 2026 dauert. Stimmen mindestens 75 Prozent f&uuml;r Ablehnung und unbefristete Streiks, entscheidet die Bundestarifkommission &uuml;ber das Scheitern der Verhandlungen und den Einstieg in Erzwingungsstreiks. Betroffen w&auml;ren erneut die sechs deutschen Seeh&auml;fen mit rund 11'000 Besch&auml;ftigten. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe warnte am 17. September vor einer Eskalation und davor, dass einmal umgeleitete Ladung dauerhaft ausbleiben k&ouml;nnte.

F&uuml;r Verlader entsteht das gr&ouml;sste Risiko meist nicht auf See, sondern nach dem L&ouml;schen. Wenn Bahnfenster verpasst werden, Binnenschiffe nur begrenzt fahren oder Lkw-Slots fehlen, bleibt der Container im Terminal. Dann drohen Lagergeld, Demurrage oder Detention. Diese Begriffe meinen Kosten f&uuml;r zu lange Nutzung von Terminalfl&auml;che oder Carrier-Equipment.

Wer &uuml;ber Nordeuropa importiert, sollte deshalb die tats&auml;chliche Entladung, Freistellung und Anschlussbuchung einzeln kontrollieren. Ein voraussichtliches Ankunftsdatum allein reicht in dieser Lage nicht.

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Die Dispo sollte Importcontainer erst dann fest einplanen, wenn Entladung, Zollfreigabe und Abholslot best&auml;tigt sind. Verlader sollten freie Tage f&uuml;r Demurrage und Detention kennen und bei Verz&ouml;gerungen sofort dokumentieren, wer den Stillstand verursacht. Bei dringenden Sendungen kann eine Umleitung &uuml;ber Antwerpen oder einen anderen deutschen Hafen helfen, sie kann aber neue Vorlaufkosten bringen.

Der wichtigste Termin steht im Kalender: Die Mitgliederbefragung der ver.di endet am Abend des 1. Oktober 2026. Wer im Oktober Ladung &uuml;ber deutsche Seeh&auml;fen laufen hat, sollte bis dahin ein Alternativszenario hinterlegt haben — Antwerpen und Rotterdam sind bereits gut ausgelastet und fangen einen unbefristeten Ausstand nicht beliebig auf.

Kurz gesagt: Der Streik ist vorbei und der R&uuml;ckstau weitgehend abgearbeitet, doch die Ruhe kann im Oktober enden.

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- Der deutsche Streik begann am 2. September 2026 am sp&auml;ten Abend.

- Er war f&uuml;r 48 Stunden angesetzt und betraf sechs Seeh&auml;fen: Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Brake und Emden.

- In Rotterdam, Amsterdam und Zeeland dauerte der Streik am 4. September rund acht Stunden.

- Betroffen waren Schiffsabfertigung, Terminalhandling und Hinterlandverkehre.

- Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven meldeten danach weiter operative Belastung; Maersk berichtete am 9. September von zus&auml;tzlichem Druck.

- R&uuml;ckst&auml;nde k&ouml;nnen verpasste Bahn-, Barge- und Lkw-Anschl&uuml;sse ausl&ouml;sen.

- Mitte September weist Hapag-Lloyd f&uuml;r die deutschen Terminals wieder normale Werte aus: Hamburg CTH und Bremerhaven 80 bis 85 Prozent, Hamburg CTA und Wilhelmshaven 70 bis 75 Prozent Lagerauslastung.

- In Rotterdam bleibt die Auslastung erh&ouml;ht: ECT und RWG 80 bis 85 Prozent, APM Terminals Maasvlakte II 85 bis 90 Prozent.

- Am 15. September 2026 lehnten 64,7 Prozent der Abstimmenden das Arbeitgeberangebot ab — 3'578 Stimmen gegen 1'945.

- Die Mitgliederbefragung unter Massgabe der Urabstimmung l&auml;uft bis zum Abend des 1. Oktober 2026.

- Ab 75 Prozent Ablehnung entscheidet die Bundestarifkommission &uuml;ber das Scheitern der Verhandlungen und unbefristete Erzwingungsstreiks.

- Betroffen w&auml;ren die sechs deutschen Seeh&auml;fen mit rund 11'000 Besch&auml;ftigten.

- Das Arbeitgeberangebot &uuml;ber zw&ouml;lf Monate umfasst 3,4 Prozent mehr Tabellenentgelt, 200 Euro Urlaubsgeld und 416 Euro Zulage im Containerbetrieb.

- Fr&uuml;he Abholung hilft, knappe Terminalfl&auml;chen zu entlasten.

- **Weitere Quelle:** [Kuehne+Nagel, Port operational updates from around the world (2–8 Sep 2026)](https://mykn.kuehne-nagel.com/news/article/port-operational-updates-from-08-09-2026)

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